Carsten Stahl zu Besuch am 19.11.18

Der Junge war ich!

Gegen Mobbing – Carsten Stahl beeindruckt Crivitzer Schüler

 

Crivitz/sb. 430 Schüler und es herrscht Totenstille in der Sporthalle Am Sonnenberg. Vor ihnen auf dem Tisch sitzt Carsten Stahl, breite Schultern, jede Menge Tattoos und lässt die Beine baumeln. Er erzählt die Geschichte eines kleinen Jungen, der von seinen Mitschülern brutal gequält wird. Er ist zehn Jahre alt. Er erzählt niemanden davon. Sie haben gedroht, seiner Mutter die Kehle durchzuschneiden. Auch dann noch als er in eine drei Meter Tiefe Baugrube geworfen wird. Gebrochene Knochen, ein Loch im Kopf, zerbissene Zunge reichen seinen Quälern nicht. Sie pinkeln den Jungen auch noch
an – unter hämischen Gelächter. Dass der Junge gefunden wird, ist reiner Zufall. Drei Tage liegt er im Koma. Als er aufwacht, sagt er nichts! Große entsetzte Augen bei den Crivizter Schülern, ein Mädchen weint. Carsten Stahl springt auf und wird laut: »Der Junge war ich!« Noch mehr Betroffenheit in allen Gesichtern:
Der Mann, der die Situation voll im Griff hat, dem man eher Austeilen, als Einstecken zutraut, ein Opfer? Der gequälte Junge von damals wurde selbst zum Täter, stieg zum Kietzkönig in Berlin auf, stieg aus, als er Vater wurde. Sein Schweigen brach erst, als seinem kleinen Sohn in der Schule das gleiche Schicksal
drohte. Kein Kind soll so etwas erleben müssen. Der Kampf gegen Mobbing wird seine Mission, sein Motto: »Wehret den Anfängen, bevor Menschen zu Opfern oder zu Tätern werden«. »Wir dürfen Mobbing nicht ignorieren, nicht tolerieren. Das muss offengelegt werden, Lehrer müssen ausgebildet werden, damit umzugehen«, sagt er mit einer Leidenschaft, die die Crivitzer Schüler vom ersten Wort an überzeugt. »Es ist etwas anderes, wenn jemand erzählt, der das selbst erlebt hat«, sagt Vincent (13). Alexandra (13)
war besonders betroffen: »Unheimlich traurig, was er da erzählt hat, das hat mich schon beeindruckt!       « Wegschauen wollen beide nie mehr und die anderen auch nicht. Im Gegenteil: Das Bekenntnis gegen Mobbing für Respekt und Toleranz haben in der Pause alle unterschrieben – obwohl Carsten Stahl sie gerade allesamt vorgeführt hat: Beim auflisten der widerwärtigsten Schimpfwörter haben sie sich vor Lachen kaum eingekriegt. »Solche Wörter kennt Ihr und findet sie auch noch lustig? Schämt Euch!« »Das war auf den Punkt«, sagt Schulsozialarbeiterin Aliki Puschmann. Sie hat mit dem DRK Kreisverband Parchim und vielen Unterstützern die Veranstaltung organisiert. Warum? Ist das Problem an der Schule so akut? »Weil vorbeugen besser ist! Ich setze auf Prävention, möchte für solche Probleme sensibilisieren, damit die Schüler, aber auch Lehrer eben nicht weg schauen, möchte Zivilcourage wecken.« Die junge Sozialarbeiterin kommt ursprünglich aus dem Strafvollzug und weiß, wie es enden kann, wenn Probleme nicht angesprochen werden. »... und die werden nachvollziehbar, authentischer, wenn sie von Betroffenen erzählt werden. Mobbing gibt es überall, überall, wo Menschen aufeinander treffen«, sagt sie. »Anderswo kommen Schüler bewaffnet zur Schule, wird noch einmal richtig nachgetreten, wenn einer am Boden liegt. Da dürfen wir nicht wegschauen!« Schulen im Land sind da keine Ausnahme. Das sieht auch Schulleiter Thilo Kreimer so. Ignoriert wird das Problem nicht: »Wir nehmen Mobbing an Schulen sehr ernst. Zu unserer Präventionsarbeit gehört, unsere Lehrerinnen und Lehrer über Mobbing aufzuklären und sie dafür zu sensibilisieren. In Fortbildungen zeigen wir ihnen Wege auf, wie sie sich gegenüber den Schülerinnen und Schülern sicher und angemessen verhalten können«, so Bildungsministerin Birgit Hesse gegenüber BLITZ. Das ist Musik in Carsten Stahls Ohren.

 

Rita Brückner


Carsten Stahl und Schüler des Crivitzer Gymnasiums mit einem klaren Bekenntnis, das in der Schule
einen für alle gut sichtbaren Platz finden wird. Fotos: brückner

Mein Kampf ist zurück

 „Mein Kampf ist zurück“

 

Am 08.05.2019, an einem geschichtsträchtigen Tag in der Weltgeschichte, hielten der Historiker

 

Dr. Roman Töppel, die Schauspielerin Marlen Ulonska und die Regionalleiterin Nord der Friedrich-Naumann-Stiftung  Elena Schulz eine Vorlesung in der Aula unserer Schule. Hierbei wurden Textauszüge aus der Neuauflage Hitlers „Mein Kampf“ rezitiert, die anschließend historisch-kritisch beleuchtet wurden.

 

Der Abend war durchaus informativ und brachte viele neue Erkenntnisse, dass z.B. Hitler selbst den jüdischen Arzt Eduard Bloch, der Hitlers Mutter aufopferungsvoll gepflegt hatte, schützte und ihn nach Amerika immigrieren ließ.

 

Trotz dessen, dass der Vortrag sehr gut war, übertraf die Fragerunde diesen noch einmal.

 

 

 

Luca Stolle, Philip Böttcher und Peter Maltzahn,

 

Klasse 10a

 

Crivitz, 09.05.2019